Immobilienkrise schadet deutschen Eigentümern kaum
Die US-amerikanische Finanz- und Hypothekenkrise schadet nach Einschätzung der Mehrheit der Experten deutschen Eigentümern kaum. Ein Zusammenbruch des Marktes ist nach Ansicht der Fachleute kaum wahrscheinlich.
In den USA, Großbritannien sowie in Irland und Teilen Spaniens ist derzeit ein signifikanter Verfall der Preise für wohnwirtschaftlich genutzte Objekte zu beobachten. Grund ist die jüngst im Zuge eines angestiegenen Zinsniveaus geplatzte Blase in den nun unter Druck stehenden Märkten. Über Jahre wurden große Hypothekenvolumina in den Markt gegeben, die zu einer künstlich erhöhten Nachfrage nach privatem Wohnraum führten und so die Preise für eben diesen merklich anziehen lassen. Durch das für Kreditnehmer nun weniger interessante Zinsniveau verlangsamen sich nicht nur die Kreditvergabe und damit die Nachfrage nach Immobilien deutlich. Viele Darlehensnehmer können ihre Hypotheken aufgrund gestiegener Kosten nicht mehr ordnungsgemäß bedienen und werden dementsprechend von der finanzierenden Bank zu einer Veräußerung gedrängt -eine Ausweitung des Angebots ist die zwingende Konsequenz und damit auch ein Verfall der Preise. Dieser wiederum führt dazu, dass viele Banken nachträgliche Sicherheiten für die grundpfandrechtlich besicherten Darlehen verlangen, wodurch sich weitere Schwierigkeiten ergeben. Die unheilvolle Abwärtsspiral wird nach Einschätzung von Volkswirten in den betroffenen Regionen zu einer nachhaltigen und demnach schmerzhaften Bereinigung des Marktes führen.
In Deutschland hat eine Blasenbildung wie andernorts gesehen nicht stattgefunden, weshalb die Experten für hiesige Eigentümer auch kaum Preisrisiken sehen. Der deutsche Immobilienmarkt bietet insbesondere in den wirtschaftlich prosperierenden Regionen ausreichend Möglichkeiten, Objekte zu erwerben oder zu veräußern. Eine gut gelegene Eigentumswohnung in München ist nach Ansicht von Maklern ohne größere Schwierigkeiten in den Markt zu bringen, weshalb Besitzer sich um das Fungibilitätsrisiko keine Gedanken machen müssen.
Die regionale Schwäche des privaten Immobilienmarktes, wie sie in einigen Teilen Nord- und Ostdeutschlands seit langem zu beobachten ist, steht in keinerlei Verbindung zu den Geschehnissen auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt und sollte nicht weiter beunruhigen.
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